Symptom
Bewährte Standards, historische Erfahrungen und das Fachwissen langjähriger Kolleginnen und Kollegen werden pauschal als ‚verstaubt‘, ‚gestrig‘ oder ‚nicht agil‘ abgewertet. Ständig müssen die neuesten Trends, Buzzwords und Tools unkritisch eingeführt werden. Tradition wird mit Stillstand gleichgesetzt; Reife und Erfahrung geniessen kein Ansehen.
Ursache
Die unbewusste Botschaft
Wir fürchten die Entlarvung durch die Tiefe und Weisheit der Tradition. Durch die Flucht in das ständig Neue halten wir das süsse Gefühl aufrecht, allem überlegen und unsterblich zu sein.’ Das Bedürfnis nach Demut, Kontinuität und Ahnenwürdigung wird verdrängt.
Intervention
Die Lernaufgabe
Versöhnung von Disruption und Kontinuität. Das System muss lernen, eine Synthese aus jugendlicher Innovationsenergie und gereifter Erfahrung zu bilden, da radikale Erneuerung ohne solides Fundament im Chaos endet.
Intervention / Integration
Die Führungskraft muss den künstlichen Generationen- und Methodenkonflikt entschärfen, indem sie Bewährtes und Neues wieder miteinander verwebt. 1. Etablierung von ‚Reverse Mentoring Tandems‘: Erfahrene Hasen und junge Innovatoren bilden feste Zweierpaare. Der jüngere Part führt in neue Methoden/Tools ein, während der erfahrene Part die historischen Zusammenhänge, Systemlogiken und tiefen Fachhintergründe vermittelt. 2. Das Prinzip der ‚Ahnenwürdigung‘ vor Erneuerung: Bevor ein bestehender Prozess abgelöst oder ein System umgestaltet wird, muss das Team eine kurze Analyse machen: ‚Warum wurde dieses System damals so gebaut? Welchen Zweck hat es erfüllt?‘ Erst nach der Würdigung der historischen Leistung darf die Transformation beginnen. 3. Ausbalancierte Entscheidungsgremien: Bei Innovationsprojekten werden gezielt gemischte Teams eingesetzt, damit die Disruption an der Realität gereifter Erfahrung geschärft wird. Das System lernt, dass Wurzeln und Flügel zusammengehören.
Passendes Angebot
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